Liebe Kaminfreunde, heute berichte ich euch wieder von meiner Arbeit. Im Sommer hatte ich euch erzählt, wie ich Kaminbauer wurde und was mir an meiner Arbeit Freude bereitet. Diesmal möchte ich euch näher mit dem Arbeitsprozess vertraut machen, bei dem ein Kamin entsteht. Wie ich also einen Ofen baue, welche Arbeitsschritte und Handgriffe ich ausführe, welche Materialien ich verwende usw.

Was brauche ich? Werkzeug und Materialien für den Kaminbau

Meine Ausstattung, mit der ich an die Arbeit schreite, ist ziemlich umfangreich. Neben dem Kamineinsatz eines unserer Hersteller, wie etwa Brunner, Austroflamm oder Spartherm, gehören Utensilien wie Wasserwaage, Zollstock, Spachtel und Naßschneider zu meiner Ausrüstung. Außerdem benötige ich Schamotteplatten, Mörtel, Dämmplatten, Keramikkacheln und Putz.

So ausgerüstet, begebe ich mich zum Kunden, in dessen Haus der Kamin eingebaut werden soll. Dort haben wir bereits eine passende Stelle mit stabilem Untergrund ausgesucht. Jetzt kann‘s losgehen!

Der Aufbau: So entsteht der Kamin

Als erstes schaffe ich die notwendige Umgebung. Da der Kamin sehr heiß wird, wird die Rückwand um ihn herum mit Dämm- und Brandschutzplatten isoliert. Dämmplatten aus Kalziumsilikat schützen vor Hitze und erhöhen die Dämmleistung. Auch der Boden wird geschützt.

Nun zeichne ich die Kamin-Umrisse. Das ist eine milimetergenaue Arbeit! Kleinste Fehler können dazu führen, dass der Kamin nicht an der richtigen Stelle steht oder schief wird. Ich messe die Positionen des Kamins, des Ofenrohrs und der Wandmuffe punktgenau aus und übertrage sie an Wand und Boden.

Mit dem Kaminsockel fängt mein Werk langsam an, Form anzunehmen. Ich baue den Sockel auf dem von mir bereits errichteten feuerfesten Fundament. Je nach Art des Kamins besteht der Sockel aus einer Lage Naturstein oder Keramik oder enthält zusätzlich eine Ablage für das Holz.

Jetzt setze ich den Kamin ein. Bringe den Kamineinsatz in Position und richte die Füße aus. Das ist der körperlich anstrengendste Teil der Arbeit. Ob der Ofen wirklich waagerecht steht, überprüfe ich mit einer Wasserwaage.

Als nächstes schließe ich das Ofenrohr an. An der von mir bereits markierten Stelle wird die Wand zum Schornstein hin mit einem Kernlochbohrgerät durchbrochen. In die so entstandene Öffnung setze ich die Muffe ein. Diese fixiere ich mit feuerfestem Mörtel. Dann verbinde ich die Muffe mit dem Ofenrohr. Auch hier ist exakte Arbeit wichtig, damit der Ofen später richtig zieht.

Der Kamin ist bereits recht gut fortgeschritten. Jetzt muss er noch verkleidet werden. Dafür werden Schamottesteine, Kacheln oder Naturstein verwendet, die Schamotte wird zweilagig verputzt. Danach kann der Kamin noch nach Kundenwunsch gestrichen werden.

Ist der Boden nicht feuerfest, dann wird dort eine Bodenplatte aus Glas, Schiefer oder Metall verlegt. Sie schützt vor Funkenflug.

Als letztes muss nur noch der Feuerraum ausgekleidet werden. Dazu verwende ich Dämmplatten aus Vermiculit oder Schamotte. Diese säge ich in passende Form und lege sie in den Feuerraum ein.

Der Kamin ist fertig! Anzünden und genießen!

Der Kamin muss sich jetzt von meiner Arbeit genauso erholen wie ich. Das Material trocknet langsam. Dann ist er fertig! Ich betrachte das Werk, das ich mit meinen eigenen Händen erschaffen habe. Das ist jedesmal ein wunderbarer Moment. Dann räume ich die Baustelle auf und übergebe das Kaminzimmer an den Kunden. Der Kamin wird angezündet, die Augen des Kunden leuchten. Der perfekte Abschluss einer ganztägigen Arbeit. Ich bin glücklich.